Aliens: Colonial Marines im Test

Die Aliens sind zurück. Gearbox und Sega bringen mit Aliens: Colonial Marines die schleimigen Außerirdischen zurück auf den Bildschirm. Angekündigt wurde das Spiel ja bereits im Jahre 2006, aber anscheinend hatten die Aliens in den sechs Jahren noch eine Menge zu tun. Egal, jetzt sind sie da und wir haben uns für euch die PC-Version des Ego-Shooters angesehen und getestet.

Bevor wir das Spiel zum ersten Mal starten können, wollen uns die Aliens wohl gleich einen Streich spielen. Nach der Installation auf Steam fehlt angeblich eine Programmdatei. Nachdem wir uns in den Steam-Foren nach Lösungen umgesehen haben, haben wir Steam komplett gelöscht und einfach mal neu installiert. Und siehe da: Nach vielen nervigen Versuchen landet Aliens: Colonial Marines doch tatsächlich spielbar auf unseren PC. Wir waren natürlich sehr gespannt und von den ersten Trailern des Spiels sehr beeindruckt. Doch können die Jungs von Gearbox das auch komplett für das Spiel umsetzen? Wir befinden uns auf dem Planeten LV-426, wo wir zusammen mit den Colonial Marines eine Rettungsmission ausführen müssen. Doch die fiesen Aliens haben uns schon erwartet und freuen sich auf unsere Ankunft.

Wer noch keinen Alien Film gesehen hat, wird mit der Handlung einige Probleme bekommen. Um es genau zu sagen: Ihr wisst überhaupt nicht was los ist. Eine erklärende Geschichte oder ein Prolog sucht ihr vergebens. Eigentlich sollte ja fast die ganze Welt schon mal ein Aliens-Film gesehen haben, zumindest scheint Gearbox so zu denken. Doch auch ohne das Hintergrundwissen wissen wir, dass die Aliens nicht auf uns warten um mit uns nette Gespräche zu führen. Sie haben nur eins im Sinn: Eine möglichst schnelle Vernichtung aller Marines auf den Planeten LV-426. Ach und bevor wir es vergessen: Ihr spielt im Spiel die Rolle von Corporal Winter, der als knallharter Marine bekannt ist. Schon nach wenigen Minuten bekommen wir Besuch von den ersten Xenomorphen, die wir zur Begrüßung erstmal feierlich ein paar Löcher in die Brustgegend donnern. Doch Vorsicht: Die fiesen Aliens kommen von allen Seiten und klettern gerne die Wände und Decken hoch. Es kann also mal passieren, dass so ein hässliches Vieh direkt vor eurer Nase steht. Jetzt solltet ihr schnell die Taste V drücken, um einen Schlag auszuführen. Habt ihr das nicht so mit der Schnelligkeit, ist das Thema schon durch und ihr seid erledigt.

Rumms, so schnell kann es gehen. Gerade noch voller Vorfreude auf Alien-Jagd und schon nach wenigen Minuten ist es vorbei. Doch keine Sorge, ihr dürft es ja immer wieder neu probieren. Auch wenn die Rücksetzpunkte an manchen Stellen ein wenig unfair erscheinen. Immer und immer wieder lauft ihr die gleichen Wege um erneut auf Massen von Aliens zu treffen. Euer Kollege versucht am Anfang zwar immer euch zu helfen, aber irgendwie seit ihr doch immer auf euch alleine gestellt. Und ihr solltet vorsichtig mit eurer Gesundheit sein. Zwar gibt es ein paar Medipacks in den dunklen Abschnitten, aber diese sind wirklich rar gesät. Und schon nach wenigen Angriffen ist es vorbei mit der Herrlichkeit. Ihr solltet alles einsammeln, was ihr finden könnt. Es kann euch nur helfen. Neben der Kampagne gibt es auch noch einen Wettbewerbs-Modus. Dort spielt ihr entweder als tödliche Aliens oder knallharte Marines. Vier verschiedene Spielmodis sollen für die nötige Abwechslung sorgen. Interessant ist auch der Co-Op Modus, wobei vier Freunde gleichzeitig online gegen die fiesen Außerirdischen antreten können.

Findet ihr Erkennungsmarken oder erledigt andere verschiedene Herausforderungen, könnt ihr im Menü eure Waffen aufrüsten. Das ist besonders sinnvoll, da manche Aliens schon ein paar Treffer mehr brauchen, bis sie endlich zu Brei geschossen werden. Grafisch ist Aliens: Colonial Marines jetzt eher eine Mogelpackung geworden. Zwar sind die Aliens schön schleimig und gut animiert, aber irgendwie fehlt doch irgendwie das Gefühl einer bombastischen Inszenierung. Gerade in der heutigen Zeit sollte in Sachen Grafik einfach viel mehr drin sein, als nur dunkle Level mit stählernen Brücken,Gängen und mehr als matschigen Texturen. Und wenn ihr euch dann auch noch bewegt, als wenn ihr ein Brett im Rücken hättet, dann ist das noch mehr enttäuschend. Geschmeidige Animationen sehen definitiv anders aus.

Der Sound, ebenfalls ein unglaublicher wichtiger Aspekt in einem Alien Spiel, ist immerhin ganz gut geworden und bietet euch dank der Original-Musik aus den Filmen die nötige Atmosphäre. Was wir von der deutschen Sprachausgabe allerdings überhaupt nicht behaupten können. Abgehackte Sätze und unmotivierte Sprecher machen keinen Spaß. Wir empfehlen ganz klar die englische Sprachausgabe, die sich deutlich besser anhört. Sechs lange Jahre wurde das Spiel angekündigt und am Ende kommt ein halbfertiges Produkt dabei raus. Das ist nicht wirklich überzeugend. Allerdings muss man auch sagen, dass der Multiplayer-Modus richtig Laune macht. Und laut Gerüchten sollen die Jungs von Gearbox sich ja ausschließlich darum gekümmert haben. Das erklärt vielleicht so einiges. Es gibt vier verschiedene Multiplayer-Kampfmodi, die auf die Namen Ausrottung, Flucht, Überlebender und Team Deathmatch hören.

Bei der Ausrottung müsst ihr das Alien-Brutzentrum in die Luft fliegen lassen und eine Bombe hochgehen lassen. Ist die Zeit abgelaufen, werden die Rollen getauscht und ihr steckt in der Haut der schleimigen Aliens und macht Jagd auf die Marines. Der Modus Flucht sorgt, wie der Name schon sagt, für eine möglichst schnelle Flucht vor den Aliens und dem ganzen anderen Viehzeug. Und davon krabbelt, springt und läuft eine ganze Menge von rum. Ihr solltet also genau darauf achten, wer euch vielleicht an den Kragen will.  Als Überlebender müsst ihr fünf Minuten in der Hölle überleben. Hört sich einfach an. Das Problem ist allerdings: Mit jeder Minute multipliziert sich die Alien-Verseuchung und ihr habt nur ein Leben und ein Versuch. Das berühmt berüchtigte Team Deathmatch stellt euch vor die Wahl. Entweder ihr sorgt als Marine für Ordnung oder macht als Aliens Jagd auf die Marines. Wenn der Singleplayer auch nur den Ansatz vom Multiplayer hätte, wäre dieses Spiel wahrscheinlich eine richtige Granate geworden.

In unserem Test hatten wir es übrigens mit der Limited Edition von Aliens: Colonial Marines zu tun. Hier gibt es die einmalige Gelegenheit, in die Rolle der Original-Filmcharaktere Corporal Dwayne Hicks, Private William Hudson, Sergeant A. Apone und Private M. Drake aus James Camerons Alien-Film zu schlüpfen. Und oben drauf gibt es noch eine besondere Ausrüstung und Ellen Ripleys einzigartigen Flammenwerfer, damit ihr die Aliens auch schön grillen könnt.

Wir schwanken jetzt hin und her und wissen nicht genau was wir von dem Spiel halten soll. Irgendwie ist es cool, die ganzen Aliens zu braten und durch dunkle Abschnitte zu huschen, aber irgendwie haben wir auch deutlich mehr erwartet. Die PC-Version bietet jetzt leider keine Wow-Effekte oder andere bleibende Erinnerungen. Allerdings müssen wir sagen, dass der Multiplayer-Modus absolut gelungen ist und uns im Test einen Heidenspaß gemacht hat. Irgendwie hat man da auch keine Zeit großartig auf die ganzen Effekte und Grafikprobleme zu achten. Man will einfach nur spielen, und das ist auch gut so. Im Singleplayer-Modus sieht das natürlich schon wieder anders aus. Hier habt ihr viel mehr Zeit auf die matschigen Texturen und die fehlenden Lichteffekte zu achten. Auch die verwirrende Kameraführung sorgt an manchen Stellen für totale Unübersichtlichkeit. Fans der Aliens-Filme werden sich freuen und mit Begeisterung auf die schleimigen Xenomorphe ballern. Doch in der heutigen Zeit erwartet der geneigte Spieler einfach viel mehr und gibt sich nicht mehr mit wenig zufrieden.

Fazit:

Aliens: Colonial Marines macht einen zwiespältigen Eindruck. Der Singleplayer, die Grafik und die Sprachausgabe sind zum Vergessen und für die heutige Zeit eigentlich gar nicht tragbar. Dafür kann der Multiplayer-Part aber voll überzeugen und bringt vier abwechslungsreiche Spielmodis mit sich. Auch die ganzen Soundeffekte, die schleimigen Aliens und das ganze Drumherum sind besonders für Aliens-Fans was ganz Besonderes. Aber irgendwo fehlt da der letzte Punkt, der ein richtiges Wow-Erlebnis zurücklässt. Das ist schade und sorgt am Ende für enttäuschte Gesichter.

Wertung:

Ausreichend

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
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